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Niederfinow [niːdɐ̯ˈfiːnoː] ist eine Gemeinde im Landkreis Barnim im Land Brandenburg (Deutschland).

Etymologie Bearbeiten

Der Name Finow stammt aus vorslawischer Zeit. Das mittelniederdeutsche Wort fino(u)we bedeutet vermutlich Wurzel. Es setzt sich aus den indogermanischen pen = Schlamm, Sumpf, Wasser, feucht und uei, ui = drehen, biegen, winden zusammen, die mit dem westgermanischen Suffix -n bzw dem slawischen -ov kombiniert wurden. Finow bedeutet also frei übertragen sich windender Fluss mit Sümpfen.[1]

Zur Zeit der Besiedlung der Gegend um Hohen- und Niederfinow durch die Slawen war die Anhöhe südlich des Flusses Finow strategisch bedeutend. Die Furt bei Niestadt (heute Eberswalde) war durch die topografischen Gegebenheiten weniger übersichtlich, die heutige Kreisstadt gewann erst 1317 durch eine Bestimmung von Markgraf Waldemar an Bedeutung. Waldemar verfügte, dass die Handelsstraße von Frankfurt/Oder und Berlin nach Stettin nicht mehr über Hohenfinow/Niederfinow zu verlaufen habe sondern über Niestadt und Eberswalde. Dazu ließ er eine Brücke über die Ragöse errichten. Die Errichtung der Burg Finow sowie des Ortes Hohenfinow als damals wichtigste Siedlung am 35 Kilometer langen Fluss begründet die Namensgebung. Etwa zeitgleich mit Niederfinow entstand wenige Kilometer südlich Hohenfinow, das wegen der Zollstelle für Land- und Wasserzoll am Fluss via Vienouie genannt wurde.[2]

Später entstanden weitere Orte, die den Fluss im Namen führen: Finow und Finowfurt.

Geographie Bearbeiten

Nördlich grenzt das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit dem Totalreservat Plagefenn an Niederfinow. Der Ort liegt am nördlichen Rand des Eberswalder Urstromtals und erstreckt sich entlang der Hebewerkstraße ca. 5 km lang.

Der Ort liegt unterhalb der Diluvialplatte im Eberswalder Urstromtal, welches in der jüngsten, der Weichsel-Eiszeit entstanden ist. Durch den Ortes verläuft der Finowkanal und die Alte Finow.

Als Baugrund ist überwiegend Sand und Kiessand anzutreffen, der Grundwasserspiegel ist sehr niedrig. Niederfinow erstreckt sich über 5 km in Ost-West und 1,5 km in Nord-Süd.

Geschichte Bearbeiten

Frühzeit Bearbeiten

Nach der Weichseleiszeit wanderten erste Menschen in das Gebiet um Hohenfinow ein. In der Nähe von Liebenstein wurden bronzezeitliche Scherben gefunden. Zwischen Hohenfinow und Amalienhof, an der Abbruchkante des Urstromtals wird ein urzeitliches Gräberfeld vermutet, die Steinkistengräber wurden zwar im 18. Jahrhundert zerstört, es wurden aber einzelne Waffenreste gefunden. So wurde in der Nähe von Karlswerk ein Schwert aus der jüngeren Bronzezeit im Moor gefunden.

Die Burg Finow Bearbeiten

Der Ort ist slawischen Ursprungs. Die Region wurde um 1200 von den Askaniern erobert. Nach dem Bau der etwa 10 km entfernten Burg Oderberg (damals niederdeutsch „Aderburg“) im Jahr 1213 wurde an der strategisch wichtigen Stelle oberhalb der Finow die Burg Finow gegründet. 1904 wurde bei Ausgrabungen am Hohenfinower Schloss in 2,50 m Tiefe ein mecklenburgischer Stierkopfbrakteat gefunden, der um 1220 geprägt wurde. Dieses Jahr wird als Baujahr der Burg vermutet.

Die Burg hatte die Aufgabe, die Furt der Finow (heute Hubbrücke von Niederfinow) zu schützen. Die nächsten Furten waren jeweils zehn Kilometer westlich und östlich bei den damals noch nicht gegründeten Städten Eberswalde und Bad Freienwalde gelegen. Die im Norden und Osten gelegenen Slawen sollten abgeschreckt werden, die Burg bot Schutz für die rundum gelegenen landwirtschaftlich genutzten Gebiete.

Politik Bearbeiten

Zur Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 fanden sich keine Bürgermeister-Bewerber. Hier wählte die Gemeindevertretung den Bürgermeister.

Wirtschaft Bearbeiten

Verkehr Bearbeiten

An Niederfinow vorbei verläuft der Oder-Havel-Kanal. Um einen Höhenunterschied von 36 Metern zu überwinden, wurden hier einst vier Schleusen betrieben, die aber bald an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt waren. So wurde das Schiffshebewerk Niederfinow errichtet, das die Schleusen ersetzte. Am 21. März 1934 wurde es eröffnet.

Der Bahnhof Niederfinow befindet sich im Ort Hohenfinow.

Ansässige Unternehmen Bearbeiten

Neben dem vom Wasserstraßenamt Eberswalde betriebenen Schiffshebewerk befindet sich in Niederfinow die Stecher Schleuse (km 84,39 des Finowkanals). Um das Schiffshebewerk herum gibt es mehrere gastronomische Einrichtungen und ein Hotel, im Ort gibt es einen Zeltplatz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

Geschichtsdenkmale Bearbeiten

  • Gedenkstein von 1956 auf dem Friedhof Choriner Straße/Hebewerkstraße für die Opfer des Faschismus

Freizeit- und Sportanlagen Bearbeiten

Der Sportplatz Niederfinow befindet sich hinter dem Bahnhof im Ort Hohenfinow.

Bauwerke Bearbeiten

unter Denkmalschutz stehen

Weblinks Bearbeiten


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